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Hitzeschutzhandschuhe

Kurzer Griff an ein heißes Werkstück oder dauerhafte Strahlungswärme sind zwei verschiedene Belastungen. EN 407 prüft sie getrennt.

2 ModelleGrößen 6–11Schnittschutzklasse CNitril, Ohne Beschichtung

Worauf es ankommt

EN 388 sagt nichts über Hitzebeständigkeit aus. Für thermische Risiken gilt EN 407 mit einer eigenen Kennzeichnung aus sechs Ziffern: Brennverhalten, Kontaktwärme, Konvektionswärme, Strahlungswärme, kleine Spritzer geschmolzenen Metalls und größere Mengen flüssigen Metalls. Jede Stelle steht für eine eigene Prüfung.

Kontaktwärme und Strahlungswärme sind nicht dasselbe. Die Kontaktwärme-Prüfung misst, wie lange der Handschuh eine bestimmte Temperatur abhält, bevor die Innenseite um 10 Kelvin wärmer wird. Wer heiße Teile nur kurz umsetzt, braucht dort einen guten Wert; wer neben einem Ofen steht, achtet auf die Strahlungswärme.

Ein hoher Wert bei einer Stelle bedeutet nichts für die anderen. Ein Handschuh kann Kontaktwärme gut abhalten und trotzdem für Schweißarbeiten ungeeignet sein, weil er gegen Metallspritzer nicht geprüft ist. Ein X steht auch hier für nicht geprüft, nicht für durchgefallen.

Hitzeschutz kostet Fingerfertigkeit, weil er über Materialdicke und Isolierung funktioniert. Für Arbeiten, bei denen nur gelegentlich etwas Heißes angefasst wird, ist ein Modell mit begrenzter Kontakthitzebeständigkeit oft die praktischere Wahl als ein dicker Ofenhandschuh.

Mehr dazu: was die Ziffern der EN 388 bedeuten und welcher Handschuh zu welcher Arbeit passt.

Häufig gefragt

Sind Hitzeschutzhandschuhe zum Schweißen geeignet?

Nur wenn sie ausdrücklich dafür geprüft sind. Für Schweißerhandschuhe gilt EN 12477, die zusätzlich Metallspritzer und den Umgang mit dem Lichtbogen berücksichtigt. EN 407 allein reicht dafür nicht.

Was heißt Kontakthitzebeständigkeit bis 100 Grad?

Dass der Handschuh in der Prüfung bei dieser Kontakttemperatur eine definierte Zeit lang standgehalten hat, bevor die Innenseite spürbar wärmer wurde. Es ist keine Zusage, ein 100 Grad heißes Teil beliebig lange halten zu können.

Warum steht bei vielen Modellen ein X in der EN-407-Kennzeichnung?

Weil die betreffende Prüfung nicht durchgeführt wurde. Ein Handschuh für warme Werkstücke muss nicht gegen flüssiges Metall geprüft sein, wenn er dafür nie eingesetzt wird. Das X ist deshalb kein Mangel, sondern eine Auskunft darüber, wofür der Handschuh gedacht ist. Entscheidend ist, dass an den Stellen, die zur Tätigkeit passen, eine Ziffer steht.

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