PU, Nitril, Latex oder Schaum: welche Beschichtung wofür

Die Beschichtung entscheidet, ob ein Handschuh im Einsatz greift oder rutscht. Sie ist der Teil, der die Hand berührt, was sie greift, und sie bestimmt Griff, Haltbarkeit und Tastgefühl mehr als jeder andere Wert auf dem Datenblatt. Diese Seite ordnet die vier Beschichtungen im Sortiment konkreten Arbeiten zu.

Zuletzt aktualisiert: 23. September 2026

Die kurze Antwort

Polyurethan für trockene Feinarbeit, Nitril bei Öl und Abrieb, Nitrilschaum für feuchte und ölige Teile, Latex für groben Griff im Trockenen. Wer das Falsche wählt, merkt es nicht an der Norm, sondern daran, dass der Handschuh nach zwei Wochen durch ist.

Polyurethan (PU)

Dünn, biegsam und atmungsaktiv. Die PU-Beschichtung legt sich so eng an, dass kleine Schrauben noch zu spüren sind. Ihre Stärke ist das Tastgefühl, nicht die Widerstandsfähigkeit: Bei starkem Abrieb und scharfen Kanten ist sie schnell durch, und gegen Öl hält sie nur begrenzt.

  • Gut für: Montage, Elektronik, Kommissionierung, Feinmechanik, Qualitätskontrolle
  • Schlecht für: ölige Werkstücke, grober Abrieb, Arbeiten mit Chemikalien

Nitril

Der Standard in der Metallverarbeitung. Nitril ist abriebfest, beständig gegen Öle und Fette und hält deutlich länger als PU. Dafür trägt es dicker auf, das Tastgefühl leidet. Die glatte Ausführung greift auf trockenen Teilen gut, auf öligen wird sie rutschig.

  • Gut für: Metallbau, Werkstatt, Lager, Bauzulieferung, Instandhaltung
  • Schlecht für: Arbeiten, bei denen es auf Millimeter im Fingerspitzengefühl ankommt

Nitrilschaum

Nitril mit offenporiger Oberfläche. Die Poren nehmen den Ölfilm auf und führen ihn weg, sodass die Beschichtung darunter noch greift. Das ist der Unterschied, der beim ölverschmierten Werkstück zählt. Schaum ist außerdem weicher und ermüdet die Hand weniger als glattes Nitril.

  • Gut für: ölige und feuchte Teile, Zerspanung, Montage in der Fertigung, langes Tragen
  • Schlecht für: Arbeiten, bei denen die Oberfläche sauber bleiben muss

Latex

Der beste Griff auf rauen, trockenen Oberflächen und sehr dehnbar. Latex ist ein Naturprodukt und enthält Proteine, die Allergien auslösen können: Im Betrieb ist das der Grund, warum viele Einkäufer inzwischen auf Nitril umstellen. Gegen Öl ist Latex kaum beständig.

  • Gut für: Bau, Steine und Platten, Gartenbau, Entsorgung, grobe Griffarbeit
  • Schlecht für: Betriebe mit Latexallergikern, ölige Umgebungen

Wie weit die Beschichtung reicht

Neben dem Material entscheidet die Ausführung. Nur die Innenhand beschichtet heißt atmungsaktiver Handrücken und kühlere Hand, aber kein Schutz, wenn der Handschuh über eine Kante gezogen wird. Eine Dreiviertel- oder Vollbeschichtung schützt mehr und schwitzt mehr. Auf jeder Produktseite steht, welche Ausführung das Modell hat.

Häufig gefragt

Welche Beschichtung hält am längsten?
Nitril, deutlich vor PU und Latex. Wenn der Verbrauch das Hauptproblem ist, lohnt der Wechsel von PU auf Nitril fast immer, auch wenn der Stückpreis höher liegt.
Was nehme ich bei öligen Teilen?
Nitrilschaum. Die offenen Poren nehmen den Ölfilm auf, während glattes Nitril darauf rutscht.
Sind beschichtete Handschuhe chemikalienbeständig?
Nein. Beschichtete Strickhandschuhe sind für mechanische Risiken nach EN 388 geprüft, nicht für den Umgang mit Chemikalien. Dafür braucht es Chemikalienschutzhandschuhe nach EN ISO 374.
Woran erkenne ich die Beschichtung im Katalog?
Jede Produktseite nennt sie unter den technischen Daten, und im Katalog können Sie nach Material filtern.

Welche passt zu Ihrer Arbeit?

Sagen Sie uns, was gegriffen wird und wie es aussieht: trocken, ölig, scharfkantig. Wir schlagen zwei Modelle vor und schicken Muster.

Christoph Scabell

Vertrieb Arbeitsschutz, ES Handels- und Servicegesellschaft

Unsicher, ob dieses Modell passt? Rufen Sie an, Testmuster gibt es kostenlos.